Traditionelle Chinesische Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin ist ein seit über 2000 Jahren bewährtes Behandlungssystem, was über die Jahrhunderte bis heute weiter entwickelt wurde. Es umfasst verschiedene diagnostische (z.B. Zungen- und Pulsdiagnose) und therapeutische Maßnahmen, die sich gegenseitig ergänzen sollen und gerne als die fünf Säulen der chinesischen Medizin bezeichnet werden. Dazu zählen:

Akupunktur und Moxa (Moxibustion)

Die Akupunktur wird in China seit über 2000 Jahren angewandt. Erste Aufzeichnungen stammen aus dem 2. Jhd. vor Christus. Nach der Vorstellung der Chinesen strömt das Qi in Bahnen, den sog. Meridianen, die den Körper wie Wasserstraßen durchziehen. Die Akupunkturpunkte sind im Prinzip wie Schleusentore, die geöffnet oder geschlossen werden können, um so den Wasserstand, also den Qi-Fluss zu regulieren.  Akupunktur wird in China aber selten als alleiniges Verfahren angewandt, sondern in der Regel immer in Kombination mit Moxibustion, Kräutermedizin, Ernährung, Tuina (best. Massageform) und Qigong

Der Begriff Akupunktur 针刺 setzt sich im chinesischen aus den Schriftzeichen für Schneiden 针 und Brennen 刺 zusammen. Das, was wir im Westen also einfach nur Akupunktur nennen, bedeutet ursprünglich „Stechen und Brennen“. Das heißt, Akupunktur und Moxibustion gehören zusammen.

Bei der Moxibustion wird durch das Verbrennen von Moxakraut, welches aus Beifusskraut hergestellt wird, ein Akupunkturpunkt durch milde Hitze erwärmt. Es werden aber auch größere Haut- bzw. Muskelareale mit Hilfe der Moxibustion behandelt. Diese Wärmebehandlung ist sehr effektiv und hat ein breites therapeutisches Wirkspektrum. Die Behandlungsmethode ist in China, aber auch in anderen asiatischen Ländern sehr verbreitet.

Arzneimitteltherapie

Verwendet werden vorwiegend pflanzliche und mineralische (zu über 90 %), aber auch tierische Substanzen, die in der Regel individuell zusammengestellt werden und normalerweise als Tee eingenommen werden. In China ist die Arzneitherapie das wichtigste Behandlungsverfahren, mit dem 80 – 90 % aller Erkrankungen behandelt werden. Sie wird als Inneres Therapieverfahren bezeichnet im Gegensatz zur Akupunktur, was als äußeres Therapieverfahren gilt, weil hier die Anwendung von außen – durch die Nadel –  erfolgt.

Tuina-Massage

Eine Kombination aus zahlreichen Massagetechniken, chiropraktischer Manipulation, Gelenkmobilisation und Akupressur entlang der Meridiane, des Muskelverlaufs oder den Akupunkturpunkten.

Qi Gong

Übersetzt bedeutet Qi Gong „Arbeit mit dem Qi“. Es werden langsame und fließende Bewegungen ausgeführt, die mit Atem- Konzentrations und Mediationsübungen kombiniert werden.

Ernährung nach der Traditionellen Chinesischen Medizin – Ernährung nach den fünf Elementen

„Ohne das Wissen um eine richtige Ernährung ist es kaum möglich, sich einer guten Gesundheit zu erfreuen.“

Sun Si Mia (618-907 n. Chr.)

In der Traditionellen Chinesischen Medizin hat die Ernährung einen sehr großen Stellenwert. So war es früher üblich, dass ein chinesischer Arzt zunächst die Ernährung des Patienten umstellte und eine Änderung der Lebensführung anregte, bevor er Akupunktur und/oder Kräuter einsetzte.

Die TCM wird von der Schulmedizin überwiegend kritisch gesehen, weil sich die Einstellung zum Krankheitsbild so stark von der westlichen Medizin unterscheidet. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat jedoch im Jahr 2002 eine Liste mit zahlreichen Anwendungsgebieten für die Akupunktur herausgegeben, dazu zählen u.a. Erkrankungen der Atemwege, der Augen, Magen- und Darmerkrankungen, Kopfschmerzen und Migräne, verschiedene Schmerzsyndrome wie z.B. Schulter-Armsyndrom, Tennisellbogen, Ischias, Rückenschmerzen, Menstruationsstörungen….

Yin und Yang

Ein wesentliches Konzept in der traditionellen chinesischen Medizin ist die Erhaltung der Harmonie zwischen Yin und Yang, wobei Yang u.a. für Licht, Wärme, Trockenheit, Aktivität etc. steht und Yin für Dunkelheit, Feuchtigkeit, Ruhe ….Alle Dinge haben einen Yin und einen Yang-Aspekt. Yin trägt Yang und Yang trägt Yin in sich. So trägt der Herbst den Keim für den Frühling in sich und der Sommer den Keim für den Winter.
Yin und Yang, kontrollieren sich und halten sich die Waage. Ein Übermaß des einen führt zu einer Schwächung des anderen.

 

Qi

Qi kann am ehesten mit Vitalität oder „Kraft des Lebendigen“ übersetzt werden. In anderen Traditionen gibt es ebenfalls eine „Kraft des Lebendigen“: z.B. im indischen Prana oder Akasha (Atemseele). Im Deutschen gibt es den Begriff „Odem“, also den Lebenshauch, der vielleicht der chinesischen Vorstellung nah kommt.

Die wichtigsten Funktionen von Qi im Körper sind Anregung und Transport, Wärmen, Umwandeln, Schützen und Verteidigen (Immunabwehr) und Halten (z.B. Organe an ihrem Platz).

 

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"Eine Reise von 1000 Meilen beginnt unter Deinem Fuß."
Laotse, 6 Jhd. v. Chr.